Der Zusammenhang von
Milchwirtschaft und Fleischproduktion

Das kurze Leben der Hochleistungskuh

»Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein.«

Arthur Schopenhauer (1788-1860)

1951 gab eine Kuh im Jahr durchschnittlich 2600 Liter Milch, 1980 bereits 4548 Liter und 1998 sage und schreibe 5750 Liter - also mehr als doppelt so viel wie vor 40 Jahren! Für die angezüchtete, völlig unnatürliche Milchleistung, die den Kühen tagtäglich abverlangt wird, zahlen die Tiere einen hohen gesundheitlichen Preis. Die dermaßen überzüchteten Tiere sind besonders krankheitsanfällig. So leiden viele Milchkühe an Mastritis, einer Entzündung des Euters.

Früher war es durchaus normal, wenn eine Kuh 15 Jahre alt wurde. Heute werden Kühe durchschnittlich nur noch vier Jahre alt. Da eine Kuh erst nach zwei Aufzuchtjahren ein Kalb zur Welt bringt, geben Kühe heute im Durchschnitt gerade noch etwas mehr als zwei Jahre lang Milch! »Sie werden mehr oder weniger zu Wegwerfkühen...« (Angres/Hutter/Ribbe: »Futter fürs Volk«. Was die Lebensmittelindustrie uns auftischt. Droemer-Verlag, 2001).

Weil es längst nicht mehr reicht, die Kuh nur mit Gras und anderen Futterpflanzen zu füttern, bekommt sie jährlich 2 bis 2,6 Tonnen (!) hoch konzentriertes Kraftfutter. Und das soll möglichst billig sein - nicht ohne Grund wurde Rindern früher auch Tiermehl verfüttert. Heute kommt die Turbo-Nahrung vornehmlich aus Übersee. In der EU längst verbotene Pestizide werden gleich mitimportiert, sowie z.B. Dioxin aus verseuchtem Kalk, mit dem in Brasilien Zitrushäcksel getrocknet werden, die auch ins Kraftfutter kommen: »Die Kuh als Restmüllverwerter« (ebda.). Eine Kuh gibt natürlich nur Milch, wenn sie ein Kälbchen bekommt. Deshalb werden Milchkühe einmal im Jahr künstlich befruchtet. Weil die Milch für den Menschen bestimmt ist, werden die Kälber, die eigentlich die Milch trinken müssten, kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt.

Die Milchproduktion steht im engen Zusammenhang mit der Fleischindustrie: Die Kälbchen werden in enge Holzverschläge gesperrt, in denen sie sich kaum bewegen können und auf das optimale Schlachtgewicht gemästet: Der Profit wird maximiert, indem man jedem Kalb bis zur Schlachtung nur einen Quadratmeter Fläche zur Verfügung stellt.

»Solange es
Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.«
Leo Tolstoi (1828-1910)

Statt der Muttermilch bekommen sie eine fette weiße Brühe, die aus Magermilchpulver, Talg, Walfett und viel Salz besteht. Durch die überhöhte Menge Salz müssen die Kälber in Ermangelung von Wasser mehr Milchaustausch-Brei zu sich nehmen und nehmen so schneller zu.

Die Tiere werden künstlich anämisch gehalten, indem ihnen jegliche Aufnahme von Eisen vorenthalten wird, da sonst das Fleisch nicht hell bleibt. Auch Rauhfutter bekommen die Tiere aus diesem Grund nicht zu essen. So leiden sie also an Blutarmut, Durchfall, Lungenentzündungen und Lähmungen. Nach fünf bis sechs Monaten erreichen die Kälber das Schlachtgewicht von ca. 250 kg. Ein normal aufgewachsenes Tier würde die doppelte Zeit dafür benötigen.

Die Kadaver der Tiere finden in den menschlichen Eingeweiden ihre letzte Ruhestätte:

»Wir leben vom Tode anderer.
Wir sind wandelnde
Grabstätten.«

Leonardo da Vinci

 

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