Fleischwolf oder Gasbehälter
für jährlich 44 Millionen Küken

Küken-Massentötung

Sowohl bei Legebatterien wie auch der Freilandhaltung von Hühnern gilt: die Hälfte der ausgebrüteten Küken werden nicht für die Eierproduktion benötigt - nämlich die männlichen Küken. Die ZDF-Sendung »Reporter« brachte den Skandal Ende Juni 2001 an die Öffentlichkeit: 44 Millionen männliche Küken werden in Deutschland pro Jahr aussortiert - und wenige Stunden nach dem Schlüpfen lebendig in den Fleischwolf geworfen oder vergast.

Auch die Presse griff das Thema auf: »Barbarischer Tod putziger Küken« (Main-Post, 29.06.01) oder »Warum sie jetzt sterben müssen - Millionen Küken werden, wenige Stunden nachdem sie geschlüpft sind, aussortiert und vergast« (STERN 27/2001).

»Nun mag man zynisch darüber streiten, ob das Los des schnellen brutalen Todes dem unwürdigen Dasein als Eier- oder Fleischproduzent in engen Käfigen vorzuziehen ist«, schreibt die Main-Post (ebda.).

Das Los der männlichen Küken aus der Zuchtreihe »Fleischansatz« ist ebenso makaber: Sie kommen vier bis fünf Wochen nach dem Schlüpfen unters Fließbandmesser, wo sie bratfertig verarbeitet und verpackt werden.

Der Sturm der Entrüstung äußerte sich in einer Flut von Leserbriefen:
»Wo bleibt eigentlich der empörte Aufschrei all derjenigen, die so vehement gegen Stammzellenforschung und PID gepoltert haben? Aber halt, ich vergaß, der göttliche Funke wird ja nur den Lebewesen eingeblasen, die man nicht fressen oder sich als Trophäe ins Wohnzimmer hängen kann.«
T. S., Germering

»Es ist schon merkwürdig, was bei uns »ethisch bedenklich« ist. Wenn Eintagsküken in Kohlendioxid getötet werden: ja! Wenn sie qualvoll vier bis fünf Wochen später gemästet, geköpft und aufgegessen werden: nein!
K. M. H.,

»Es ist unerträglich, dem Gerede und der scheinheiligen Argumentation der Politiker zuzuhören, wenn es um menschliche Stammzellenforschung geht, die der Erforschung und Behebung menschlicher Krankheiten dienen. Da ist von Ethik und Moral die Rede. Diese Begriffe werden zu Fremdwörtern, wenn es um die Tiere geht.«

G. J., Düsseldorf
»Es mag radikal klingen, aber solange der Mensch nicht lernt, sich selbst und das Tier als Partner zu sehen und entsprechend zu handeln, wird es hoffentlich weitere Seuchen und Krankheiten in einem Ausmaß geben, dass uns allen schlicht der Appetit vergeht - und so manchem vielleicht für immer...«

K. C. S., Salzburg

Leserbriefe im STERN 27/2001 auf den Artikel: » Millionen Küken werden, wenige Stunden nachdem sie geschlüpft sind, aussortiert und vergast«

»Nautrfreund ist derjenige, der sich mit allem, was in der Natur lebt, innerlich
verbunden weiss, an dem Schicksal der Geschöpfe
teilnimmt, ihnen, so viel er kann, aus Leid und Not hilft, und es nach Möglichkeit
vermeidet, Leben zu schädigen oder zu vernichten..«

Albert Schweitzer

Horn-Bad Meinberg

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