Folter für 40.000.000 Schweine:

Folter für 40.000.000 Schweine:
Gitterroste, Dämmerlicht, Gestan
k
Lebenslängliche Qual

»Bis auf weiters das Messer blitzt, die Schweine schrein. Man muss sie halt benutzen,
denn jeder denkt
»Wozu das Schwein, wenn wir es nicht verputzen?«
Und jeder schmunzelt, jeder nagtnach Art der Kannibalen bis man dereinst
»Pfui Teufel!« sagt zum Schinken aus Westfalen.«
Wilhelm Busch

Schweinepest in Niedersachsen Ende Juni 2001:
Nach dem Ausbruch der Tierseuche müssen 1200 Schweine getötet werden. Die betroffenen Höfe werden abgeriegelt.
Ebenfalls Ende Juni in Kitzingen, Unterfranken: 450 Schweine ersticken, nachdem in dem Mastbetrieb die Belüftungsanlage ausgefallen ist. Die Tiere geraten in Panik. Der Landwirt öffnet zwar noch die Stallfenster, kann jedoch laut Polizeibericht »das Verenden von rund 450 Schweinen nicht mehr verhindern«.

Jedes Jahr werden in Deutschland über 40.000.000 Schweine geschlachtet. Die »Produktion« erfolgt fabrikmäßig: Für 700 »produzierte« Schweine rechnen Großbetriebe eine ganze Arbeitskraft. Mutterschweine werden in Einzelbuchten künstlich befruchtet. Schweine tragen 15 Wochen und müssen während dieser Zeit im Dämmerlicht vegetieren. Zum »Abferkeln« wird die Sau in speziellen Abferkelbuchten angegurtet oder steckt zwischen festen Schutzbügeln, damit sie die Ferkel nicht erdrückt. Ihre Bewegung wird auf Aufstehen und Niederlegen reduziert. Dadurch können die Mutterschweine ihre Jungen nicht pflegen. Den neugeborenen Ferkeln werden am ersten Tag ihres Lebens die Zähne abgezwickt. Drei Tage später werden ihnen die Schwänze abgeschnitten, um »Unarten« wie dem »Schwanzbeißen« vorzubeugen, die durch die ständige Beschäftigungslosigkeit und den Stress in der Massenhaltung ausgelöst werden. Die männlichen Ferkel werden im Alter von drei Wochen kastriert - auch »sachkundigen Laien«, meist ohne Betäubung. Im Alter von 4-5 Wochen werden die Ferkel ihrer Mutter weggenommen und im »Vormaststall« auf ein Gewicht von etwa 30 kg gemästet. In großen Gruppen von 80 bis 200 Tieren werden die Ferkel auf Gitterrosten in nahezu ständiger Finsternis gehalten. Der Ammoniakgestank ist furchtbar: Die Landwirte können nur wenige Minuten am Tag im Schweinestall verbringen. Viele leiden an Atemwegsproblemen, Bronchitis, Asthma und entzündeten Nasennebenhöhlen. Die Tiere jedoch müssen den abscheulichen Gestank 24 Stunden am Tag, ihr ganzes Leben lang aushalten... Und das, obwohl Schweine von Natur aus sehr saubere Tiere sind. Wie würden wir riechen, wenn wir mit 80 anderen Menschen in eine enge Zelle gesperrt und in unseren eigenen Exkrementen liegen würden? In der »Endmast« werden die Schweine in kleineren Gruppen innerhalb von 100 Tagen auf ihr Schlachtgewicht von 95 bis 110 kg gebracht. Die Tiere stehen auf Vollspaltböden ohne Einstreu, was bei den durch Überzüchtung besonders krankheitsanfälligen Tieren zu Gelenkschäden führt. Auf dem Weg zum Schlachthof sind die Tiere so schwach, dass sie keine 100 Meter weit gehen können. Damit sie sich schneller bewegen, werden ihnen Metallhaken in Maul, Augen oder After gestoßen.
»Also, ich muss Ihnen ehrlich sagen: Ich könnte das nicht!«, sagt die Geschäftsführerin einer Metzgerinnung. »Aber die Schweine merken nix. Das wird so gemacht, dass es für das Tier optimal ist.«

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