»Glückliche« Schweine und Rinder,

die »ethisch« geschlachtet werden?

Die Öko-Lüge

Da »Tierfutter aus Klärschlamm und giftigen Kadavern« (DER SPIEGEL, 11/2000) zur Gefahr für die menschliche Ernährung wurde, setzen manche Mäster, Schlächter und Fleischesser auf »Bio«. Das Standardwerk für Bio-Schlächter »Ökologische Qualität im Fleischerhandwerk« von Karl Ludwig Schweisfurth und Walter Baumgartner beschreibt den »erfolgreichen Metzger mit Zukunft«: »Ich kaufe meine Tiere bei ökologisch wirtschaftenden Bauern, die ihre Tiere halten, wie es sich gehört, und ich sorge dafür, dass die Tiere vom Leben in den Tod befördert werden, wie es den Tieren gegenüber eine ethische Pflicht ist. (a.a.O., S. 17)«. Schließlich seien 97% der Menschen in Mitteleuropa Fleischesser und »wollen es mit innerer Überzeugung auch bleiben«.

»Würdevoll« hingerichtet «

Wie sieht nun eine angeblich »ethische« Schlachtung in einem Betrieb aus, der den merkwürdigen Namen »ökologische Nachbars-Warmfleisch-Metzgerei« trägt? Die Tiere werden, von ihrem Pfleger begleitet, herangeführt. »Diese Bezugsperson gibt dem Tier in der ungewohnten Situation eine gewisse Stütze und einen Halt.«

Das Tier - von seiner »Bezugsperson« verraten und verkauft. Überlegen wir einmal, wie glücklich wir Menschen sind, dass unser Hund, unsere Katze, unser Pferd uns - also seine Bezugsperson - liebt. Nie würde es vermuten, dass wir Böses im Schilde führen. Wie schön das ist: Es freut sich, wenn wir mit ihm spazieren gehen und geht gerne mit. Doch welche Kuh, welches Ferkel, welches Schaf geht freiwillig zum Schlachten? Was würden wir sagen, wenn uns ein guter Freund bewusst und willentlich dem Tod ausliefern würde? Würden wir seine Gegenwart als »Stütze und Halt« empfinden?

Die Tiere kommen zunächst in einen Empfangsraum, der vom Schlachtraum getrennt ist. »Die Rinder, Schweine, Schafe und Kälber laufen einzeln vom Wagen direkt in einen fahrbaren Kasten. Darin werden sie fixiert, gewogen und schnell an die Türe zum Schlachtraum gefahren und dort betäubt.« Erst dann würden sich die Seitenklappen des Kastens und die Schiebetür zum Schlachthaus öffnen und das Tier auf den Entbluteplatz rollen. »Die Betäubung der Rinder und Schafe geschieht konventionell mit dem Bolzenschussapparat, das Betäuben der Schweine mit einem elektrischen Gerät, das gleichmäßigen Stromfluss durch das Gehirn steuert, abhängig vom Ansatz der Zange und dem Gewicht des Tieres.« (a.a.O., S. 64) - soweit die »würdevolle« Öko-Hinrichtung.

Tote Tiere aufs Feld

Für die Entsorgung der Schlachtabfälle wird eine Biogas-Anlage empfohlen - als Rest bleibe »ein ausgefaulter, fermentierter flüssiger Biodünger, der - im Gegensatz zur Gülle - nicht stinkt und nicht ätzt und einen hervorragenden Dünger abgibt.« (a.a.O., S. 65) - Na super, tote Tiere aufs Feld!

Man mag es als Fortschritt empfinden, dass die Tiere bei der Öko-Schlachtung nicht zusehen müssen, wie ihre Vorgänger getötet werden. Doch die Wahrheit ist: Auch für »Bio-Fleisch« müssen die Tiere sterben. Oder legen sich »Bio-Rinder« freiwillig unter´s Bio-Messer? Auch die Verschwendung von Rohstoffen, Wasser, Anbauflächen und Getreide sowie die Umweltbelastung durch Mist und Gülle (Nitrat, CO², u.s.w.) ist damit nicht aus der Welt - obwohl Renate Künast laut SPIEGEL 34/2001 stolz ist über die Lieferung von Bio-Rindfleisch an McDonald´s. Mit einem einheitlichen Biosiegel auf EU-Niveau will die Ministerin nicht nur McDonalds-Freunde, sondern auch die Kunden an deutschen Fleischtheken beglücken.

»Ethisches Schlachten« ist ein schizophrener Widerspruch. Tiere lieben das Leben - wie wir. Sie empfinden wie wir Freude und Schmerz und möchten mit uns in Frieden leben.

 

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