Sind wir alle vogelfrei?
Jäger - eine Bedrohung für alle?

Hund von Jäger erstochen - Frau und Kind mussten zusehen

Skandal in Österreich: Die Zeitschrift »Tierschutz konsequent« berichtet in dem Artikel »Trauer um Mona« von einer Schäferhündin, die im Beisein ihres Frauchens von einem Jäger erstochen wurde:

»Am 7. März, um 11.30 Uhr vormittags, ging Frau Michaela Lehner ... mit Säugling und ihren zwei Hunden, die beide einen Maulkorb trugen, spazieren. Der Jäger ... hatte Frau Lehner, aber auch andere Hundebesitzer aus der Umgebung, schon früher bedroht, dass er ihre Hunde erschießen werde, wenn sie seinem Hund zu nahe kämen! An diesem Tag passte er Frau Lehner ... ab. Sie sah schon aus knapp 100 m Entfernung, wie er da stand und auf sie wartete. Als Frau Lehner in seine Nähe kam, schrie er sie aggressiv an, sie solle die Hunde an die Leine nehmen, worauf sie antwortete, dass die Hunde ohnehin einen Beißkorb hätten. Daraufhin zückte er ohne Vorwarnung ein langes Jagdmesser und stach vier Mal auf die Schäferhündin ein, als diese freundlich auf den Hund des Jägers zuging, um ihn in gewohnter Hundemanier zu begrüßen. ... Mona war von besonders freundlichem Gemüt und hatte zeitlebens niemandem etwas zuleide getan. Die Messerstiche trafen sie direkt in den Brustkorb, sie wehrte sich nicht einmal, torkelte ein paar Meter weiter und brach dann röchelnd zusammen, zehn Minuten später starb Mona.
Die Hündin war zum Zeitpunkt des Messerangriffs nur wenige Meter von ihrem Frauchen und dem Säugling entfernt...
Es wurde zwar Strafanzeige gegen den Täter wegen Tierquälerei, Sachbeschädigung und Gefährdung körperlicher Sicherheit eingebracht. Aber wer die österreichische Rechtssprechung in Sachen Tierschutz kennt, weiß, dass es bestenfalls zu einer Verurteilung wegen »Sachbeschädigung« mit einer läppischen Geldstrafe kommen wird. Denn Hunde, wie alle anderen Tiere auch, gelten in Österreich nach wie vor de facto als »Sachen«.« (Aus: Tierschutz konsequent, Österreich, 4/2001).

Die Angst unserer Kinder: Jäger mit Gewehr im Anschlag

»Ich habe Angst allein in den Wald zu gehen!«, sagt Manuel (9 Jahre). Die besorgte Mutter fragt: »Wegen der Wildschweine?« - »Nein«, sagt Manuel, »wegen den Jägern!«

Angelika und Annalena, zwei 13-jährige Mädchen, kommen völlig durcheinander vom Ausritt mit ihren Ponies zurück: »Wir galoppierten einen Feldweg entlang. Plötzlich schoss ein Jäger - zwei Mal! Er saß auf einem Hochsitz am Waldrand, etwa 200 Meter von uns entfernt. »Hey, lassen Sie das! Wir reiten hier!«, riefen wir. »Verschwindet!«, brüllte er. Wir haben uns total erschreckt. Wir haben echt gedacht, der schießt auf uns! Das Reiten ist doch auf Feldwegen nicht verboten! Es war richtig gefährlich, dass der Jäger geschossen hat - was wäre passiert, wenn die Pferde durchgegangen wären? Wenn sie vor Schreck gestiegen wären? Wir hätten stürzen und uns was brechen können!«

Melanie (9 Jahre): »Ich fuhr mit Mama im Wald Kutsche. Da rief ein Jäger: »Geht sofort weg!« Er hat in die Luft geschossen. Ich hatte Angst.«

Tobias (13 Jahre): »Ich war letzten Winter mit meinem Freund und unserem Hund Schlitten fahren. Plötzlich hat ein Jäger geschossen. Ein Schuss ging ganz nah an mir vorbei, ich habe es am Ohr pfeifen gefühlt. Der Hund hat sich total erschreckt. Ich hab richtig Angst gehabt. Er hat geschossen ohne Vorwarnung! Dabei war da ein Spazierweg und Leute unterwegs. Und vor allem: Mir tun die Tiere leid!«

Benjamin (12 Jahre): »Wir waren am Nachmittag zum Spielen am Waldrand neben dem Fußballplatz und haben Hütten gebaut. Da kam ein Jäger und hat uns angeschimpft, wir sollten verschwinden. Er hatte ein Gewehr.«

Julia (9 Jahre): »Wir wohnen am Waldrand und haben mit unserer Katze gespielt. Da kam ein Jäger und schrie: »Geht sofort aus dem Wald, sonst erschieß ich eure Katze!« Ich habe mich richtig bedroht gefühlt!«

Larissa (9 Jahre): Unsere Katze wurde von einem Jäger erschossen und die Katze meiner Freundin auch!«

Main-Post, 29. September 1999:


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