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Kirchlich
geförderte Tiertötung
Kirchen diskreditieren Tiere als
»nichtpersonale Kreaturen« ohne Seele
Die Trennung des Menschen von seinen
Mitgeschöpfen ist die große geistesgeschichtliche »Leistung« des
kirchengeprägten Abendlandes, repräsentiert durch die Kirchenväter
Augustinus, Thomas von Aquin und den Augustinermönch Martin Luther. Laut
Augustinus können Tiere keine Empfindung wie der Mensch haben. Nach der Lehre
des Kirchenlehrers Thomas von Aquin (1225-1274) haben Tiere keine Seele - Frauen
übrigens auch nicht (Vgl. Carsten Strehlow: Vegetarismus/Veganismus
als Bestandteil des Christentums, Berlin, 2000, S. 55).
Tiere
haben keine Seele - Frauen auch nicht
Lehre des Kirchenlehrers Thomas von Aquin
Im Klartext heißt das: Frau, du bist ein seelenloses Geschöpf. Das Tier wird missbraucht, du wirst gebraucht. Originalton Thomas von Aquin: »Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.« Die Kirchenväter setzten somit »das Tier infam herab - wie die Frau, die das Juden-Christentum oft dem Tier annähert: Das 3. Buch Mose stellt die Frau den Haustieren gleich. Für den Kirchenlehrer Augustinus ist sie, wie das Tier, nicht nach Gottes Ebenbild geschaffen (mulier non est facta ad imaginem Dei). Und nach Thomas von Aquin, der die Frauen noch selbstherrlicher, noch tiefer demütigt und gegen schädliche Tiere Exorzismen sowie Justizprozesse anrät, kennt das »animal brutum« nur Fraß und Koitus.« (Karl-Heinz Deschner).
Descartes (1596-1650), Philosoph und Jesuitenschüler, griff diese Lehre auf und erklärte die Tiere zur bloßen »Sache«. Er bezeichnete die Tiere als Maschinen und Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele.
Martin Luther »schärft die Lehre von der ausschließlichen Gnadenerwählung des Menschen noch einmal ein. Tiere, Pflanzen, die Welt kommen hier nicht mehr vor.« (Guido Knörzer: Töten und Fressen? Spirituelle Impulse für einen anderen Umgang mit Tieren. 2001, S. 60).
»Man
darf Tieren nicht die
Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.«
Katechismus der katholischen Kirche, 1993,
Nr. 2418
Die Folgen sehen wir täglich: Der Mensch darf Tiere töten, wenn er einen »vernünftigen Grund« hat, und er darf sie quälen, wenn es für die Forschung notwendig ist. So wird im katholischen Katechismus bis heute erklärt, man dürfe Tieren »nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt« (Nr. 2418).
Und in der lutherischen Kirche? Im neuen Evangelischen Erwachsenenkatechismus spielen die Tiere keine Rolle. Auf den fast 900 Seiten steht kein Wort über Tierhaltung, Verzehr von Tieren, Tiertransporte, Tierversuche, Jagd usw. Doch die wenigen Worte, die sich über die Tiere finden lassen, sind erschreckend: Die lutherische Kirche spricht von Tieren als »nicht-personale Kreaturen« und zieht daraus die Rechtfertigung, ihr Lebensrecht zu missachten.
Beide Kirchen berufen sich bis heute auf die »Bücher Mose«. Im 3. Buch Mose liest man haarsträubende Einzelheiten darüber, wie die Priester Tiere schlachteten und deren Blut am Altar verspritzten, »zum beruhigenden Duft für den Herrn«. Die Bibel als Rechtfertigung für das Töten? In der Schöpfungsgeschichte sprach Gott: »Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.« (Genesis, 1.29) Wird hier nicht das Bild eines schizophrenen Gottes gezeichnet, der einerseits blutige Schlachtopfer fordert, andererseits durch Propheten sagen lässt: »Eure Schlachtopfer sind mir ein Gräuel!« (Jeremia). Oder sind die Aufforderungen zu den Schlachtopfern am Ende gar Fälschungen - und nicht Gottes Wort?
Die Frau darf bekanntlich inzwischen eine Seele haben. Wann hört die Kirche auf, den Tieren die Seele abzusprechen?
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