Lebensräume schaffen
Gebt den Tieren die Wälder, Felder und Wiesen zurück

»Jagdliche Nutzung bzw. Verfolgung bewirkte bei Säugetieren und Vögeln ... teilweise Bestandbedrohung oder Ausrottung«
Die Roten Listen

»Jagdliche Nutzung bzw. Verfolgung bewirkte bei Säugetieren und Vögeln in der Vergangenheit teilweise Bestandsbedrohung oder Ausrottung. Als Störfaktor und z.T. infolge von Fehlbestimmung sind auch an sich geschonte Arten negativ betroffen (...).« (Eckhard Jedicke, Hrsg.: Die Roten Listen. Stuttgart, 1997, S. 17).

Als weitere Ursachen der Gefährdung von Tierarten nennen »Die Roten Listen«: Zerstörung von Biotopen, Zerschneidung und Verinselung von Biotopen und Tiergruppen, Rückgang von Lebensräumen, die für die Erfüllung von Lebensfunktionen von Arten benötigt werden, Umweltbelastungen, Störungen durch menschliche Anwesenheit, Bauwerke und Verkehr.

»Die noch immer weitgehend ungebremste großtechnische Intensivierung der Landwirtschaft bewirkte ... in den letzten Jahrzehnten die weitgehende Zerstörung zahlreicher und die Beeinträchtigung nahezu aller dieser Biotoptypen. Im Rahmen von Flurbereinigungen ..., aber auch der regulären Nutzung wurden Kleinstrukturen wie He-cken, Feldgehölze, Wegraine, Kleingewässer, Hohlwege etc. beseitigt«. (ders., S. 16). Die Flächennutzung in der Landwirtschaft ist geprägt vom Einsatz von Pestiziden, chemischen Düngemitteln sowie Düngung mit Mist und Gülle aus ganzjähriger Stallhaltung, was zum »direktem Tod von Organismen« führt.

In der Forstwirtschaft werden Tierarten »vor allem durch kurze Umtriebszeiten, flächige Kahlschläge, Förderung der Fichte und anderer Nadelbaumkulturen sowie generell nicht der am Standort natürlicherweise zu erwartenden Gehölzgesellschaften« (ders., S. 17) u.a. gefährdet. Die meisten Tierarten benötigen »große, strukturreiche, unzerschnittene und störungsfreie Lebensräume« (ders., S. 18).

»In Deutschland besteht kaum eine Fläche oder ein Biotop, in die der Mensch nicht nachhaltig eingegriffen hat«
Die Roten Listen

Die Menschheit steht im 21. Jahrtausend vor der Selbstzerstörung. Denn: Stirbt die Natur, stirbt auch der Mensch.Will der Mensch überleben, muss er den Tieren ihren Lebensraum zurück geben: Wälder, Felder und Wiesen, Hecken und Gehölze, Gewässer, saubere Böden in einer natürlichen Landwirtschaft - zusammenhängende Gebiete, in denen die Tiere friedlich leben können, ohne Angst vor Jägern, ohne Pestizide, chemische Dünger, Gülle, ohne größere Gefährdung durch Verkehr.

Hier besteht dringender Handlungsbedarf für Politik und Gesetzgebung: »Durch eine andere Gesetzgebung könnte die Jagd weitgehend in den Bereich des Illegalen gerückt werden.« (Dag Frommhold, Interview S. 13).

Unmittelbarer Handlungsbedarf besteht auch für Landwirte und Waldbesitzer: Dazu gehört sowohl die Schaffung von Biotopen und ungestörten Schutzräumen, als auch die Hinwendung zu einer natürlichen, biologischen und friedlichen Bewirtschaftung von Wäldern, Wiesen und Äckern.

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