Die wahre Triebfeder des Tötens
Vom „besonderen Reiz“ der Jagd

Tierrechtler Dag Frommhold bemerkt angesichts der Tollwut-Propaganda richtig: Es sei schlicht und ergreifend nicht plausibel, dass die Jägerschaft jedes Jahr mehr als 400.000 Füchse (1999 waren es 658.410!) in dem festen Glauben daran töte damit nur der Volksgesundheit zu dienen.

In Jägerzeitschriften steht es dann auch deutlicher: In der Deutschen Jagd-Zeitung (2/1995) berichtet der »passionierte Fuchsjäger« Frank Heil vom »besonderen Reiz« der Fuchsjagd, »dem sich der passionierte Jäger nicht entziehen kann.« Frommhold hofft, dass derartige ungenierte Eingeständnisse der realen Motive zur Fuchsjagd auch von möglichst vielen Nichtjägern gelesen werden: »Jagdlust allein wird wohl für die wenigsten Menschen Grund genug sein, das Treiben der Jäger in Wald und Feld zu akzeptieren.« (Dag Frommhold, Jägerlatein - Über die ökologischen Lügen der Waidmänner. Okapi Verlag, 1996, S. 33).

Die wahre Triebfeder, die 320.000 Grünröcke in Deutschland dazu bringe, in den uns umgebenden Wäldern 15.000 Tiere pro Tag mit Flinte und Falle zu töten, sei also keineswegs ökologischer Natur oder entspringe gar der Besorgnis um unsere Mitwelt. Vielmehr würden Schlagworte wie der oft beanspruchte Slogan »Jagd ist angewandter Naturschutz« in erster Linie bemüht, um zum einen die wahre, letztlich auf psychologische Faktoren zurückgehende Motivation zur Jagd zu kaschieren, und zum anderen der nicht jagenden Bevölkerung die Jagd als etwas zu verkaufen, auf das nicht verzichtet werden kann.

Natürliches Gleichgewicht

Innere Regulierung des Populationswachstums

Die Jäger rechtfertigen ihr blutiges Handwerk damit, dass sie für das Gleichgewicht in der Natur zu sorgen hätten. Angeblich gäbe es zu viele Tiere oder eine Tierart könnte sonst überhand nehmen. Das bestätigt sich jedoch nicht aus Beobachtungen in weitgehend menschenleeren Regionen der Erde:

Neuere Feldstudien von Ökologen ergaben, dass die Tiere über einen inneren Mechanismus zur Regulierung des Populationswachstums verfügen. So hat man beispielsweise bei Elefanten festgestellt, dass nicht Hunger oder Tod, sondern die Flexibilität der weiblichen Tiere beim Beginn der Geschlechtsreife über die Wachstumsrate entscheidet (Vgl. auch S. 14). Droht Überbevölkerung, wird die Geburtenrate gesenkt. Ähnliches hat man bei Hirschen, Elchen, Steinböcken und anderen Großsäugern festgestellt. Auch viele Vogelarten halten sich, je nach Dichte der Population, beim Brüten zurück. Werden viele Artgenossen abgeschossen, tritt die Reserve nichtbrütender Individuen in Aktion, und es wachsen mehr Tiere nach, als vor dem Vogelmord existierten.

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