Moderne Verhaltensforscher bestätigen:
Tiere sind vernunftbegabt und empfinden

»Tiere haben ein Recht auf Leben. Es gibt nichts, was alle Menschen von allen Tieren unterscheidet.«
Jeremy Bentham, englischer Philosoph

Vor dem Zweiten Weltkrieg fand die Jagd aus rein sportlichen Motiven großes Ansehen und wurde gegenüber dem Töten zum vulgären Zweck der Nahrungsbeschaffung als moralisch höherwertig angesehen. Heute scheuen sich mittlerweile selbst viele Jäger die Jagd mit Sport gleichzusetzen. Warum?

In den westlichen Industrieländern wandelt sich die Einstellung zum Tier: Tiere werden immer mehr als Mitgeschöpfe gesehen. Es gibt mittlerweile zahllose Untersuchungen, »die auch nicht-menschlichen Wesen durchaus kognitive Fähigkeiten zubilligen, und die Ansicht, Tiere seien in der Lage Emotionen zu empfinden, wird inzwischen nur noch von wenigen Unbelehrbaren bezweifelt« (Dag Frommhold: Jägerlatein, S. 8).

Prof. Donald R. Griffin hat als Pionier des sogenannten »kognitiven Ansatzes« in seinem Buch »Wie Tiere denken« eine Vielzahl von Argumenten zusammen getragen, welche die Existenz bewussten Denkens bei Tieren mehr als plausibel machen.

Für viele Menschen, die von der Ausbeutung von Tieren leben oder sie im Rahmen ihrer Freizeitgestaltung töten, und insbesondere für Jäger, sei diese Tendenz in Verhaltensforschung und öffentlichem Bewusstsein schmerzlich, schreibt Dag Frommhold. Sie verwische die Grenze zwischen Mensch und Natur und negiere das Recht des homo sapiens seine Mitwelt in der ihm genehmen Weise rücksichtslos zu nutzen.

Der englische Philisoph Jeremy Bentham bemerkte, dass es nichts gäbe, was alle Menschen von allen Tieren unterscheide - also hätten wir keine plausible Rechtfertigung dafür, nur dem Menschen ein Lebensrecht zuzugestehen. Wie wahr: Das Wildtier, das in dunkler Nacht die Funktionsweise einer Falle durchschaut und den Köder stielt, zeigt nicht nur, dass es intelligenzbegabt ist, sondern auch, dass es nicht sterben will.

Tiere fühlen oftmals um vieles feiner als wir Menschen. Mit dem feinen Gefühl, mit den Wahrnehmungen ihrer Sinne, nehmen sie auch die Ausstrahlung des Menschen wahr - und fliehen. Wenn wir die feinen Regungen der Tiere nicht mehr verspüren, dann ist unser Gewissen schal und unser Gefühl erkaltet. Wenn wir in unsere Welt blicken, wie wir Menschen die Tiere und die Natur missachten, dann können wir davon ableiten, wie wir unsere Mitmenschen behandeln.

Das Umdenken bei uns Menschen, die Entwicklung des Gefühls ist der einzige Weg, wieder zurück zur Einheit mit der Natur zu finden - und damit auch zur Einheit mit uns selbst.

[Vorherige Seite]  [Inhaltsverzeichnis]  [Nächste Seite]

 


© 2001 Verlag Das Brennglas
Röttbacher Str. 61 • D-97892 Kreuzwertheim
eMail: info@brennglas.com
Webmaster: webmaster@brennglas.com