Ein neues Lebensgefühl: Tiere essen ist »out«!

Nur Leute von gestern fröhnen der Fleischsucht


»Du enttäuschst mich - wie kannst Du sowas essen!«, sagte entsetzt eine junge Frau zu ihrer Freundin, als sie beim Kellner Langusten bestellen wollte.
»Weißt du nicht, dass die lebendig ins kochende Wasser getan werden?«, fragte sie entrüstet.
Dem Kellner war die laute Diskussion offensichtlich sehr peinlich und er versuchte mit Erfolg, Spaghetti al pesto ins Gespräch zu bringen. »Ich wusste gar nicht, dass du Vegetarierin bist!«, sagte die angesprochene Freundin, etwas vorwurfsvoll, als der Kellner gegangen war. »Vegetarierin - Quatsch!« gab die junge Frau zur Antwort und wiederholte: »Man isst doch einfach keine Langusten...«. Sie fügte hinzu: »Mir tun die Tiere einfach Leid.« - »Isst du denn gar kein Fleisch mehr?«, bohrte die Freundin weiter. »Immer weniger, eigentlich kaum noch. Ich vermisse es überhaupt nicht.«, antwortete die Angesprochene.

Ein Gespräch in einem Restaurant in Deutschland. Der Kampf, ausgetretene Pfade zu verlassen und mehr auf sein Gefühl zu hören wird in der anschließenden Diskussion deutlich: Es geht der jungen Frau überhaupt nicht darum eine Vegetarierin oder eingeschriebenes Mitglied einer Tierschutz-Vereinigung zu sein. Sie gehört einfach zu den Menschen von heute, die ethisch stilvoll essen wollen und keine »Tierleichenteilfresser« mehr sein möchten. Es gehört zu einem neuen Lebensgefühl, bei dem Tiere essen out ist!

Nur Spießer essen noch Tiere am Spieß! - so könnte man sagen. Nur Ewiggestrige nagen noch am Eisbein. Nur der Bierzelt-Typ kaut noch am Federvieh.

Bei diesem Thema mag einem der amerikanische Bürgerkrieg in den Sinn kommen: Für die Südstaatler waren die Schwarzen keine Menschen, so wie heute für viele die Tiere nur Sachen sind. Die Sklavenhändler konnten die Frau vom Manne, Mütter von den Kindern trennen, durften Menschen schlagen, kaufen und verkaufen wie Ware. Die Menschen im Norden waren gebildeter und merkten, dass die Schwarzen auch Menschen sind, die Gefühle und ein Recht auf das gleiche Leben haben wie sie. Dieser Prozess fand nicht etwa im Mittelalter, sondern erst vor gerade mal 140 Jahren statt.

Ein ähnlicher Prozess läuft heute ab. Die Menschen von heute fühlen intuitiv, dass Tiere keine Sachen sind, sondern beseelte Wesen, die ähnlich fühlen wie wir Menschen und deshalb nicht mehr auf unseren Speiseplan gehören.

Wer angefangen hat, Fleisch auf seiner Speisekarte zu streichen, kann oft schon nach kurzer Zeit nicht mehr verstehen, wie es ihm vor kurzem noch möglich war Tierleichenteile, Muskeln, Hinterteile, Hirn, Blut, Nieren, Leber, Hoden, Magen etc. zu essen...


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