Die acht Ernährungslügen

 

Ernährungslüge No.

Wer kein Fleisch isst, leidet an Eiweissmangel!
Falsch!

Das für den Zellaufbau so wichtige Eiweiß ist in Gemüse und Getreide ausreichend vorhanden, besonders in Bohnen, Erbsen, Linsen, Nüssen. Bei abwechslungsreicher, fleischloser Kost erhält der Körper alle wichtigen Aminosäuren, aus denen die Eiweiße aufgebaut sind - die Sojabohne und die Avocado enthalten sogar die ganze Palette dieser acht Aminosäuren.

Die Deutschen müssen keine Angst vor Eiweißunterversorgung haben, sie essen mehr als doppelt soviel Eiweiß, wie der Körper benötigt. Mit diesem Überschuss geht einher, dass sich tierisches Eiweiß in den Blutgefäßen und im Gewebe anlagert und den Übergang von Vitalstoffen in die Organe, Muskeln und Knochen verhindern kann.

Der übermäßige Verzehr von tierischen Eiweißen führt zu Krankheiten.


»Ich bin Vegetarier und Antialkoholiker, weil ich
so besseren Gebrauch von meinem Gehirn
machen kann.«

Thomas Edison
Erfinder
der Glühbirne und des Kinos


Ernährungslüge No.

Wer kein Fleisch isst, leidet an Eisenmangel!
Falsch!

Das Spurenelement Eisen findet sich nicht nur in Fleisch, sondern in unzähligen pflanzlichen Nahrungsmitteln. Besonders eisenreich sind Weißkohl, Vollkorngetreide, Sonnenblumenkerne, Rote Bete, Hirse, Linsen, Erbsen, Sojabohnen, Weizenkeime, Portulak, Sesam und Topinambur. Zudem: Vitamin C - z.B. in Form eines Glases Fruchtsaft zum Essen oder ein mit Zitronensaft oder Petersilie versehener Salat - erhöht die Eisenaufnahme aus der Nahrung. Schwarzer Tee und Kaffee hingegen verringern die Eisenaufnahme um 40 bis 50 %.


Ernährungslüge No.

Wer kein Fleisch isst, leidet an Vitamin B12-Mangel!
Falsch!

Das Vitamin B12-Thema wird von der Fleischesserfront extrem hochgespielt. Tatsache ist, dass Vegetarier mit den essentiellen Nährstoffen und Vitaminen, wie z.B. Vitamin B1, Folsäure, Vitamin E, Magnesium, Kalium oder Mangan im Schnitt weit besser versorgt sind als die übrige Bevölkerung. Die Zufuhr von Vitamin B12, das als »kritisches Vegetarier-Vitamin« gehandelt wird, ist bei einer lacto-vegetabilen Kost (fleischlose Kost mit Milchprodukten) überhaupt kein Problem. Lediglich Veganer sollten ab und zu bewusst etwas für ihren Vitamin B12- Haushalt tun: mit milchsauer vergorenem Gemüse, Sauerkraut, Weizenbier oder Ergänzungsmitteln.

»Ich bin seit 12 Jahren Vegetarier. Und ich war noch nie ernsthaft krank. Vegetarische Ernährung stärkt das Immunsystem. Ich glaube, dass Fleisch krank macht.«

Bryan Adams,
Musiker


Ernährungslüge No.

Vegetarier leiden an Calcium-Mangel!

Falsch!

Für den Aufbau der menschlichen Knochensubstanz ist Calcium ein wichtiger Bestandteil. Calcium findet sich in Sesam, Nüssen, in Grünkohl, Petersilie, Spinat, Sojabohnen, Wirsing, Pastinaken, Lauch und vielen anderen Gemüse- und Getreidesorten.

Wichtig: Phytinsäure ist eine Speicherform für Phosphor im Getreidekorn und geht mit Calcium eine Verbindung ein. In dieser Verbindung kann Calcium z.B. in Brot vom Körper nicht aufgenommen werden. Nur die traditionelle 24-stündige Sauerteigführung, wie sie seit Jahrhunderten praktiziert wurde, spaltet diese Verbindung auf. Bei der in heutigen Bäckereien üblichen Sauerteigführung mit sogenannten Schnellstartern und Gärzeitverkürzern findet diese Aufspaltung nicht statt - d.h., man kann noch soviel Calcium zu sich nehmen, für den Körper ist es wertlos. Bei Brot hingegen, das wie früher im 24-stündigen Sauerteigverfahren hergestellt wird, kann das enthaltene Calcium optimal aufgenommen werden.


Ernährungslüge No.

Kein Fleisch essen heisst nur Körner essen!

Falsch!

Dass »vegetarisch« nicht einfach mit Körner- und Grünzeug essen gleichzusetzen ist, beweist die zunehmende Zahl an vegetarischen Gerichten in Feinschmeckerlokalen sowie die unzähligen Kochbücher mit excellenten vegetarischen Gerichten. Denn: Die Würze macht’s! Wer schon einmal in ein rohes, ungewürztes Stück Fleisch gebissen hat, dem muss man nicht erzählen, dass tote Tiere nach nichts schmecken. Das deftige, würzige Aroma, das die meisten Menschen dem Fleisch zuschreiben, ist nichts anderes als der Geschmack von gut Gewürztem, Angebratenem. Den Aufwand, den mancher betreibt, ein Stück Fleisch zu panieren, zu würzen und zu braten, kann man ebensogut für das Panieren und Braten einer Auberginen- oder Sellerie-Scheibe verwenden. Schmeckt ebenso deftig, würzig, angebacken - eine Delikatesse, für die kein Tier sterben muss.

»Kann es denn aber etwas Abscheulicheres geben, als sich beständig von Leichenfleisch zu ernähren?«

Francois de Voltaire
(1694-1778)


Ernährungslüge No.

Schwangere Frauen müssen Fleisch essen, sonst leidet das Ungeborene
Falsch!

Eine lakto- (ovo-) vegetarische Ernährung, bei der außer pflanzlicher Nahrung auch Milch- und Eierprodukte auf dem Speiseplan stehen, deckt auch während der Schwangerschaft den Bedarf an erforderlichen Nährstoffen.

Durch eine vegetarische Ernährung werden Schwangere sogar mit vielen essentiellen Nährstoffen besser versorgt als Nicht-Vegetarierinnen.

Bei rein veganer Ernährung (ohne Milch und Ei) muss man während der Schwangerschaft auf eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß, Calcium, Eisen, Zink, Vitamin B2 und B12 besonders achten und gegebenenfalls in Absprache mit dem betreuenden Arzt die Kost mit Vitamin- oder Mineralstoffpräparaten ergänzen.


Ernährungslüge No.

Babys und Kinder brauchen Fleischnahrung

Falsch!

Untersuchungen belegen, dass Muttermilch von Vegetarierinnen gesünder für Säuglinge ist, da sie weniger Umweltgifte enthält, dafür aber mehr Vitamine und ungesättigte Fettsäuren. Es gibt dagegen keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass fleischlos, vollwertig ernährte Säuglinge Mangelerscheinungen, z.B. Eisenmangel, aufweisen. Für einen 6-11 Monate alten Säugling werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ca. 8 mg Eisen/Tag empfohlen. Eine von Kinderärzten empfohlene Mahlzeit von 25 g magerem Rindfleisch pro Woche liefert nur 0,65 mg Eisen. Eine Portion (100 g ) Haferflocken hingegen enthält 3,6 mg Eisen, eine 100g-Portion Vollreis 2,6 mg, eine Fenchelknolle 2,5 mg.

Kindern ist die Liebe zu Tieren und die Scheu vor dem Töten angeboren. Wer möchte Kindern das Wegschauen bei Leid und Töten vermitteln? Mit dem Verzehr von Fleisch wird das Kind zur Unterscheidung von lebenswertem und lebensunwertem Leben erzogen: Zu Katzen und Hunden soll es nett sein, aber ein unschuldiges Ferkel oder Rehkitz soll es esssen.


Ernährungslüge No.

Fleischessen gehört zum Leben

Falsch!
Fleischessen ist mitverantwortlich für Hungersnot!

»Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, d.h. als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag mit Hirse, Erbsen, Linsen und Gerste bebaut, hundert Menschen zu erhalten und zu ernähren.«

Alexander von Humboldt, Begründer der wissenschaftlichen Erdkunde


Verschwendung von Anbauflächen: Ohne Fleischproduktion würden wir mit etwa einem Viertel der Anbaufläche auskommen. Auf einem Hektar Land können 50 kg Rindfleisch oder aber 4.000 kg Äpfel, 8.000 kg Kartoffeln, 10.000 kg Tomaten oder 12.000 kg Sellerie erzeugt werden.

ä Getreideverschwendung: Die Hälfte der weltweiten Getreideernte wird als Viehfutter verwendet. In den Industrieländern liegt der Anteil der ans Vieh verfütterten Getreideernte sogar bei mehr als zwei Drittel. 60% aller Futtermittel-Importe kommen aus Entwicklungsländern. Dort verhungern jeden Tag an die 40 Tausend Kinder. 1,3 Milliarden Menschen leiden an Unterernährung. 50 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Hunger bzw. an den Folgekrankheiten.

Dabei bräuchte niemand auf dieser Erde zu verhungern: 100 Millionen Menschen könnten zusätzlich ernährt werden, wenn in den Industrieländern der Fleischverbrauch nur um zehn Prozent reduziert würde.

»Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.«

Albert Einstein




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