Gesünder leben ohne Fleisch

Zivilisationskrankheiten kosten den Staat Milliarden Euro

»Fleisch ist ein Stück Lebenskraft«, lautete jahrzehntelang die Devise, und wer das Fleischessen aus ethischen Gründen verweigerte, dem prophezeiten offizielle Stellen Eisenmangel, Calcium-Defizit und eine Unterversorgung an Eiweiß und Vitaminen. Vegetarischer Kost wurde lange Jahre das Schreckgespenst von Blutarmut und Knochenabbau angedichtet, von blasser Haut oder gar dem allgemeinen Verfall.

Ohne Fleisch geht’s nicht, dies haben Mütter, Großmütter, Erzieher und Lehrer generationenlang wohlmeinend suggeriert. Und wer wollte nicht groß und stark werden? Dann hieß es eben zulangen und die Wurst brav aufessen - was im Nachhinein vielen Menschen zum Verhängnis wurde:

»Der hohe Fleischverbrauch kostet auch Menschenleben. Wer viel Fleisch isst, wird anfälliger für Wohlstandskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, die zu den am meisten verbreiteten Todesursachen in den Industrieländern zählen.«

WorldWatch Institut

Der Stand der Wissenschaft hat sich in den letzten Jahren in der Fleischfrage grundlegend geändert. Ähnlich wie im 17. Jahrhundert die damaligen Gelehrten einräumten, dass die Erde wider Erwarten nun doch keine Scheibe sei, sind auch die Gelehrten von heute zu der Erkenntnis gelangt, dass der Mensch kein Fleisch braucht, um gesund zu leben. Sogar die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) räumte - 10 Jahre nach den entsprechenden Instituten in den USA - ein, dass eine vegetarische, vollwertige Ernährung sogar bei Kindern nicht zu Mangelerscheinungen führt - im Gegenteil. Die meisten Vegetarier leben gesünder als Fleischesser, das hat eine großangelegte Studie der Universität Gießen zusammen mit dem Krebsforschungszentrum Heidelberg und dem Bundesgesundheitsamt Berlin ergeben. Prof. Dr. Claus Leitzmann, Professor für Ernährungswissenschaft der Universität Giessen bestätigt, dass Vegetarier und Veganer »im Durchschnitt deutlich gesünder sind als die allgemeine Bevölkerung. Körpergewicht, Blutdruck, Blutfett und Cholesterinwerte, Nierenfunktion sowie Gesundheitsstatus allgemein liegen häufiger im Normalbereich. (Literaturtipp: C. Leitzmann, A. Hahn: Vegetarische Ernährung). Mittlerweile ist erwiesen: Fleischgenuss fördert Zivilisationskrankheiten wie Gicht, Osteoporose, Herz- und Kreislaufkrankheiten, Stoffwechselstörungen, Krebs und Allergien, was die Krankenkassen jährlich über 40 Milliarden Euro kostet.

Bereits im Tierschutzbericht der Bundesregierung hieß es 1995, dass »Fleisch keinen notwendigen Bestandteil der menschlichen Ernährung« darstellt. Wer also noch immer behauptet, Fleisch sei notwendig, ist entweder schlecht informiert oder hat die Fleischindustrie im Nacken...


Vielfältige Möglichkeiten, sich vegetarisch zu ernähren


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