Als Vegetarier in bester Gesellschaft

Viele Philosophen, Wissenschaftler und Schriftsteller verzichteten auf Fleisch

Der vegetarische Gedanke im Altertum

Bereits im Altertum tauchte der vegetarische Gedanke bei den großen Philosophen auf - aus intellektuellen, ethischen und religiösen Überlegungen: Zarathustra im Iran (ca. 600 v. Chr.), in Griechenland bei den Philosophen Pythagoras (592-493 v. Chr.), Sokrates (469-399 v. Chr.) und Plutarch (125-46 v. Chr.) sowie bei den Römern Ovid, Seneca, Vergil und Horaz. Wer ein ethisches Leben führen will, darf in ihren Augen an Tiertötung bzw. dem Verzehr von Tieren nicht beteiligt sein.

Die grossen Weltreligionen: Tiere als Mitgeschöpfe achten

In allen großen Weltreligionen findet sich die Achtung vor allen Lebensformen:

In den vedischen Schriften des Hinduismus steht z.B.: »Tue anderen nichts an, das dir Schmerz bereiten würde.« (Maha bharata 5.1517).

Ähnlich heißt es im Buddhismus: »Verletze andere nicht durch etwas, das du selbst verletzend fändest.« (Udana-Varga 5.18)


Buddha lehrt die Achtung vor aller Kreatur.

Und Mohammed (570-632), der Begründer des Islam sagte: »Unser Bauch soll nicht zum Friedhof der Tiere werden.« (Sure 6/38)

Jesus von Nazareth lehrte nicht nur die Nächstenliebe gegenüber den Menschen, sondern auch die Liebe zu den Tieren: Als er im Tempel die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler fand, die dort saßen, machte er eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus. Die Tiere ließ er frei.


Jesus treibt die Tierhändler mit der Geißel aus dem Tempel.

Philosophen der Aufklärung: Ernährung ohne Leichenfleisch

Im 15. Jahrhundert war es Leonardo da Vinci (1452-1519), der aus Tierliebe Fleisch aus seiner Ernährung verbannte: Der Mensch lebe vom Tode anderer und sei somit eine wandelnde Grabstätte.

In den folgenden Jahrhunderten vertraten große Philosophen, Psychologen, Historiker, Ärzte und Schriftsteller eine Ernährung ohne »Leichenfleisch« (Francois de Voltaire, 1694-1778).

Jean Jacques Rousseau (1712-1778) bemerkte, dass die starken Fleischesser im Allgemeinen grausamer und wilder seien als andere Menschen.

Arthur Schopenhauer (1788-1860) forderte Mitleid und Gerechtigkeit nicht nur gegenüber Menschen, sondern auch gegenüber den Tieren. Er verzichtete aus ethischen Gründen auf den Verzehr von Fleisch, ebenso wie Friedrich

Nietzsche (1844-1900).

Alexander von Humboldt (1769-1859), der Begründer der wissenschaftlichen Erdkunde, fand bereits im 19. Jahrhundert die Lösung für das Welternährungsproblem: »Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, d.h. als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag, mit Hirse, Erbsen, Linsen und Gerste bebaut, hundert Menschen zu erhalten und zu ernähren.

Dichter und Schriftsteller gegen das Töten von Tieren

Viele Dichter und Schriftsteller sprachen sich gegen das Töten und Essen von Tieren aus: Jean Paul, Wilhelm Busch, Leo Tolstoi, George Sand, Georg Bernhard Shaw, Christian Morgenstern, Franz Kafka, Denis Diderot, Ralph Waldo Emerson, Volker Elis Pilgrim, Romain Rolland, Rabindranath Tagore, Peter Rosegger, Eugen Roth, Manfred Kyber, Luise Rinser, u.a..

Von dem großen russischen Dichter Leo Tolstoi wird berichtet, wie er einmal seine fleischessende Tante zu Besuch erwartet habe. Die Tante hatte sich immer über das vegetarische Essen im Hause des Dichters beklagt. Tolstoi hatte ihr versprochen, dass es diesmal Truthahn geben sollte, und er führte sie sogleich nach ihrer Ankunft in das Esszimmer, wo sie das Tier lebend auf ihren Teller gebunden vorfand. Er sagte zu ihr: »Umbringen musst du ihn schon selber, wir haben es nicht übers Herz bringen können« - worauf der Tante allerdings sehr schnell der Appetit auf das Geflügel verging...

Die französische Schriftstellerin George Sand (1804-1876) bemerkte, es werde ein großer Fortschritt in der Entwicklung der menschlichen Rasse sein, wenn die Menschen Früchteesser würden und die Fleischesser von der Erde verschwänden.

Der irische Dramatiker und Nobelpreisträger Georg Bernhard Shaw (1856-1950) bemerkte, dass es solange Krieg geben würde, wie die Menschen die wandelnden Gräber der von ihnen ermordeten Tiere seien.

Wissenschaftler und Ärzte:
Für das Überleben auf der Erde

Ärzte wie Max Oskar Bircher-Benner (1867-1939) und Dr. med. O. M. Bruker (*1909) untersuchten die gesundheitlichen Folgen des Fleischverzehrs, nicht nur im Hinblick auf Krankheiten, sondern auch auf die körperlichen und mo-ralischen Kräfte.

Albert Schweitzer (1875-1965) begann nach seinem 50. Lebensjahr vegeta-risch zu leben: Ethik bedeutete nach seiner Auffassung Verantwortung gegenüber allem, was lebt.

Was weniger bekannt ist: Auch so mancher berühmte Naturwissenschaftler war Vegetarier. Der Begründer der Relativitätstheorie Albert Einstein (1879-1955) erklärte, dass die vegetarische Ernährung rein durch ihre physische Wirkung auf das menschliche Temperament das Schicksal der Menschheit äußerst positiv beeinflussen könnte.

Und Thomas Edison, Erfinder der Glühbirne und des Kinos, bezeichnete sich als Vegetarier und Antialkoholiker, weil er so besseren Gebrauch von seinem Gehirn machen könne.

Moralischer Fortschritt der Nationen durch Pflanzenkost

In Indien forderte Mahatma Gandhi (1869-1948) nicht nur den passsiven und gewaltfreien Widerstand gegen die englischen Kolonialherren, sondern auch Gewaltlosigkeit gegenüber den Tieren. Man solle kein Lebewesen töten oder schädigen, auch nicht mit bösen Gedanken. Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation machte er daran fest, wie sie die Tiere behandelt.

Auch unter Politikern finden sich Menschen, welche die Fleischnahrung ablehnten. Abraham Lincoln (1809-1865), der 16. Präsident der USA bekannte: »Ich bin für die Rechte der Tiere genauso wie für die Menschenrechte. Denn das erst macht den ganzen Menschen aus.« August Bebel (1840-1913), Mitbegründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei sagte: »Offenbar tritt in dem Maße, wie die Kultur sich hebt, an die Stelle der Fleischkost die Pflanzenkost.«

Viele Prominente sind Vegetarier

In unserer Zeit finden sich gerade unter Prominenten viele Vegetarier: Paul McCartney, Bryan Adams, Mick Jagger, Nina Hagen, Michael Jackson, Janet Jackson, Tina Turner, Robin Williams, Sinead O´Connor, Whitney Houston, Pamela Anderson, Desirée Nosbusch, Blümchen, Nadja Auermann, Brooke Shields, Drew Barrymore, Kim Basinger, Daryl Hannah, Cindy Crawford, Michelle Pfeiffer, Richard Gere, Leonardo di Caprio, Brad Pitt, Julia Roberts...

»Man darf nicht essen, was ein Gesicht hat.«

Paul McCartney

Quellen:

Dr. med. Francois Binkert: Vegetarismus: oher und wohin? Rückblick und Ausblick. ebi-forum 31 (Ausgabe Juni 1998) www.vegetarismus.ch/zitate.htm

»Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.«

Bibel: Genesis 1,29

»Wage es weise zu sein! Höre auf Tiere zu töten!«

Horaz (65-8 v. Chr.)

»Du sollst nicht töten!«

Die zehn Gebote Mose

»Mögen alle Kreaturen, alles Lebende, mögen alle Lebewesen, welcher Art auch immer, nichts erfahren, wodurch ihnen Unheil droht.«

Siddharta Gautama Buddha
6. Jahrh. v. Chr.

»Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.«

Jesus von Nazareth

»Ich habe schon in jüngsten Jahren dem Essen von Fleisch abgeschworen, und die Zeit wird kommen, da die Menschen wie ich die Tiermörder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder.«

Leonardo da Vinci
(1452-1519)

»Kann es denn aber etwas Abscheulicheres geben, als sich beständig von Leichenfleisch zu ernähren?«

Francois de Voltaire
(1694-1778)

»Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren.«

Alexander von Humboldt
(1769-1859)

»Die religiöse Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, umfasst natürlich auch die Tierwelt und legt dem Menschen die Pflicht auf, die unter ihm stehenden Geschöpfe zu ehren und zu schonen..«

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

»Wenn du keinen Menschen töten kannst – gut; kannst du kein Vieh und keine Vögel töten – noch besser...«

Leo Tolstoi
(1828-1910)

»Tiere sind meine Freunde, und meine Freunde esse ich nicht!«

Georg Bernhard Shaw
(1856-1950)

»Es denkt der Mensch, zufrieden froh: Ich bin kein Schlächter, blutig roh; doch da der Mensch kein Wurstverächter, so trägt die Mitschuld er am Schlächter...«

Eugen Roth
(1895-1976)

»Moralische Bedenken gegen Kalbsbraten?
Von seiten der Erzieher nicht.
Von seiten der Jurisprudenz nicht.
Von seiten der Moraltheologie nicht.
Von tausend anderen moralischen Seiten nicht.
Von der des Kalbes vielleicht?«

Karlheinz Deschner

»Je mehr Raum die Fleischnahrung und die Reizmittel
in der Kost einnehmen, umso geringer werden die Leistungen, die Tugend und physischen Kräfte eines Volkes.«

Max-Oskar Bircher-Benner
(1867-1939)

»Meine Ansicht ist, dass wir, die wir für die Schonung der Tiere eintreten, ganz dem Fleischgenuss entsagen und auch gegen ihn reden. So mach ich es selber.«

Albert Schweitzer, 30.8.1964

»Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.«

Albert Einstein
(1879-1955)

»Für mich ist das Leben eines Lamms nicht weniger wertvoll als das Leben eines Menschen. Ich würde niemals um des menschlichen Körpers willen einem Lamm das Leben nehmen wollen.
Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto grösser ist sein Anspruch auf menschlichen Schutz vor Grausamkeit.«

Mahatma Gandhi

»Je früher unsere Jugend von sich aus jede Roheit gegen Tiere als verwerflich anzusehen lernt, je mehr sie darauf achtet, dass aus Spiel und Umgang mit Tieren nicht Quälerei wird, desto klarer wird auch später ihr Unterscheidungsvermögen werden, was in der Welt der Grossen Recht und Unrecht ist.«

Theodor Heuss
1. Präsident der Bundesrepublik Deutschland


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