Wenn Staatsmänner sich treffen...

Rehnüsschen beim Gipfeltreffen

Wenn Staatsmänner sich treffen, erfährt das Volk meist wenige Details über das, was besprochen wurde. Detailliert wird der Bürger jedoch über die Speisekarte informiert: Beim deutsch-französischen Gipfeltreffen von Schröder und Chirac in Freiburg gab es zum Beispiel Forelle und Rehnüsschen.

Kein Wunder, dass viele Politiker die Jäger decken - sind doch viele selbst Hobby-Jäger. Theodor Heuß (31.01.1884-12.12. 1963) musste als 1. Bundespräsident der Bundesrepublik protokollgedrungen an Diplomatenjagden teilnehmen. Er äußerte schockiert: »Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.« Und der Soziologe Erich Beck fragt in der Süddeutschen Zeitung vom 12. März 2001: »Macht das Steak seinen Esser nicht zum Mitglied einer terroristischen Vereinigung, die nur deswegen nicht als solche gilt, weil sie sich nicht gegen den Staat richtet, sondern gegen die Tierwelt?«

»Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit«

Theodor Heuß, 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland


Alternative Speisekarte von Karlheinz Deschner (Auszug)

Klassisches Jagdherren-Rumpsteak Mirabeau. Jungjäger in würziger Weidmannssauce. Oder, lecker, Jägerliebchenrücken auf badische Art mit Semmelknödel.

Weiter vom Fleischer: Getrüffelter Schlachter Fürstenhof. Herzhafte Metzgermeisterhaxe Bavaria. Metzgerinnenbrustspitzen mit in Butter geschwenktem Stangenspargel.

Noch delikater? Na, dann vielleicht vom Fischer; Zartgeschmortes Fischerbaby mit Apfelschnitten und Zwiebelringen. Oder Fischerzunge Klaus Störtebecker in süßer Senfsauce mit Chicorésalat.

Und vieles mehr zu lesen in »Für einen Bissen Fleisch«.

ASKU-Presse, Tel. 06032/72156

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