Knuddeltiere und Schlachttiere

Die Schizophrenie der Tierliebhaber

Viele Menschen bezeichnen sich als Tierfreunde, halten Haustiere wie Hunde, Katzen oder Wellensittiche, die sie lieben, umsorgen und zu denen sie oftmals sprechen wie zu einem Menschen. Die Reaktionen der Tiere, wie sie mit ihren Haltern kommunizieren, wie sie »ihren Menschen« zu verstehen scheinen werden als beglückend empfunden:

Die Katze, die sich schnurrend auf unseren Schoß legt, manchmal wie tröstend, gerade dann wenn wir betrübt sind, oder wärmend, wenn wir krank sind und Bauchweh haben.

Der Hund, der uns seine Treue zeigt, sich offensichtlich freut und an uns hochspringt, wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen, der uns auf ausgedehnten Spaziergängen begleitet.
Stirbt ein solches Tier, wird der Verlust mitunter ähnlich schwer empfunden wie der Tod eines nahen Verwandten.

Doch bereits bei Kaninchen wird die Tierliebe zwiespältig:


Philippinen: Hunde werden auf dem Marktplatz als Schlachttiere angeboten - sie gelten als Delikatesse.

Kaufen wir sie für unsere Kinder in der Tierhandlung, sind es umsorgte Knuddeltiere, denen kein Leid geschehen darf, liegen sie bereits tot im Schlachterladen, werden sie aufgegessen.

In anderen Ländern gelten die europäischen Knuddeltiere Hund und Katze als Delikatesse. Und die Hunde- und Katzenfreunde schreien laut auf bei so viel Skrupellosigkeit barbarischer Völker - während sie selbst ihr Steak oder ihre Gans auf dem Teller haben.

Hundefleisch

Auf den Philippinen beispielsweise werden Hunde ähnlich unseren Legehühnern oder Pelztieren in Hundefarmen unter erbärmlichsten Bedingungen in Drahtkäfigen gehalten.

Der scharfe Draht schneidet ihre Pfoten auf, als Maulkorb wird ihnen eine alte Blechbüchse umgebunden. In diesen Käfigen werden die Tiere oftmals hunderte von Kilometern transportiert - ohne Essen, ohne Wasser, in glühender Hitze, um auf einem Marktplatz als lebendige Fleischlieferanten angeboten zu werden.


Der Hundehändler zeigt dem Käufer: Der Hund lebt noch - das Fleisch ist frisch.

Dort stehen sie nun in ihren Käfigen, bis ein Käufer kommt. Der Hundehändler stößt die Hunde mit einem Stock um dem Käufer zu zeigen, dass die Tiere noch leben und das Fleisch frisch ist. Dann wird der Hund an den Vorderpfoten gepackt, in einem Sack gesteckt und zum Schlachter getragen, der dem Tier mit einem Messer die Kehle aufschneidet, in der Hoffnung, die Hauptvene zu treffen. (Quelle: International Wildlife Coalition in the United Kingdom)

Auch in China werden Hunde gegessen: Im Feinschmeckerrestaurant »Hunde-Fleisch-König« in Peking stehen 24 Gerichte auf der Speisekarte, von Hundepenis bis Hundepfoten. Hundehaut, die wie Kaugummi schmeckt, gibt es für 40 Yuan, umgerechnet elf Mark. (STERN 17/01)

Westliche Tierschützer sind entsetzt: Auch Katzen gelten in China als Delikatesse. Ähnlich wie in deutschen Legebatterien vegetieren die Tiere zusammengepfercht auf engstem Raum, bis zu 25 Katzen in einem Käfig. Ihr Fell ist mit Kot und Urin verschmiert. Restaurants haben sich auf Gerichte mit Katzenfleisch spezialisiert. Die Feinschmecker kommen von weit her.


Der Hund wird an den Beinen in einen Sack gesteckt und zum Schlachter getragen.

»Hüpfender Braten«

Die Restaurantgäste besichtigen die Käfige und wählen sich »ihre« Katze aus - ähnlich wie man in deutschen Fischrestaurants den Hummer vor den Augen der Gäste aus dem Aquarium holt. Der Koch schneidet der Katze die Kehle durch, zieht das Fell ab, wirft sie in siedendes Wasser, hängt den Körper an einen Haken und brät ihn mit einem Schweißgerät knusprig.

In manchen Restaurants in Peking werden Katzen sogar lebendig gebraten - unter dem Namen »Choi Dong Tsai« (»hüpfender Braten«) stehen junge Katzenkinder auf der Speisekarte. Den Tieren wird das Fell rasiert, dann hackt man ihnen bei lebendigem Leib Schwänzchen und Pfötchen ab, um sie dann mit Öl zu übergießen und bei lebendigem Leibe wie rohe Steaks auf dem heißen Stein zu braten. Der Volksmund sagt: »Katzen haben sieben Leben«. Entsprechend lange dauern die Qualen - die verstümmelte Katze schreit und zappelt vor Qualen, während das Blut aus den klaffenden Wunden läuft und schwarzer Rauch von ihrer gerösteten Haut aufsteigt.

Für die Restaurantgäste ist das eine Gaudi: Sie machen die zappelnden Bewegungen der Katze nach: »In einem verzweifelten Versuch, ihr Leben zu retten, zucken die kleinen Tiere in furchtbaren Krämpfen und wollen von der glühenden Platte springen. Doch die Gäste lachen sich über ihren Todeskampf halb kaputt, machen mit Armen und Beinen die hilflosen Bewegungen der Kätzchen höhnisch nach! Minutenlang weiden sich die perversen Zuschauer am entsetzlichen Leiden der gequälten Kreaturen, bis der Tod die kleinen Kätzchen endlich von ihren schrecklichen Qualen erlöst. Und wenig später stechen die dicken Chinesen mit ihren Gabeln ins gebratene Katzenfleisch...«. (Bericht des COUPÉ-Reporters Reinhard Greven aus Peking)


Rohes Hirn

Eine weitere chinesische Spezialität ist rohes Hirn von lebenden Affen: In besonderen Tischen sind spezielle Öffnungen eingearbeitet, durch die der Kopf des Äffchen gesteckt wird. Unter dem Tisch wird das Tier festgeschnallt. Die Gäste schlagen mit ihren Löffeln auf den Schädel des Äffchens, bis die Schädeldecke eingeschlagen ist. Nun zieht die festliche Runde mit Stäbchen die Gehirnteile des noch lebenden Tieres heraus und schlemmt.

»Die Chinesen aber wollen sich nicht von Ausländern diktieren lassen, welche Tiere zum Kuscheln und welche zum Verzehr bestimmt sind. Die Diplomaten der Volksrepublik sind es leid, ständig von westlichen Tierschützern an den Pranger gestellt zu werden. Sie sehen darin „kulturellen Imperialismus“ und verweisen auf Italiener, die Singvögel goutieren, Franzosen, die nicht von Froschschenkeln lassen können, und Russen, denen der Kaviar noch immer schmeckt, obwohl der Stör vom Aussterben bedroht ist.« (STERN Nr. 17 19.4.2001).

Kükenvergasung

Ehrlicherweise müsste hinzugefügt werden: Deutsche halten 40 Millionen Hennen in Legebatterien, die anschließend als Suppenhuhn enden, werfen jedes Jahr 44 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen in den Fleischwolf oder den Gasbehälter, mästen und verspeisen jährlich 14 Millionen Enten, 20 Millionen Puten, 1 Million Gänse, 332 Millionen Masthühner, 40 Millionen Schweine, 4 Millionen Rinder...


Delikatess-Katzen in China


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