|
|
|
Wahre menschliche Kultur? |
|
|
Kannibalismus gegen Artverwandte |
|
Der Mensch, der sich gerne selbst als »Krone der Schöpfung« bezeichnet hat an der Schwelle zum 21. Jahrhundert das menschliche Genom entschlüsselt - und stellte ganz enttäuscht fest, dass 98% der menschlichen Gene mit denen von Schweinen und Affen identisch sind. Selbst »Mensch und Wurm sind eng verwandt«, berichtete DER SPIEGEL (04. Januar 2001): Bisher habe man Menschen und Würmer für recht unterschiedliche Kreaturen gehalten. Neue Erkenntnisse zeigten, dass die Verwandtschaft größer ist als angenommen. »Schon die primitivsten Tiere vor 700 Millionen Jahren verfügten über ein ganz ähnliches genetisches Entwicklungspotential wie wir Menschen«. (ebda.). Aus diesem Grund wollen die Verfechter der »Xenotransplantation« mit der ethisch höchst bedenklichen Transplantation tierischer Organe auf den Menschen das Problem des Organmangels lösen: Voraussichtlich eigne sich das Hausschwein mit allen seinen Rassen am besten als Quelle für Organe. Die Tiere sind uns also artverwandt - gleicht es da nicht Kannibalismus, wenn wir sie essen? Wenn Menschen Menschen essen, ist unsere Abscheu im Allgemeinen groß. Die ethische und moralische Entwicklung unserer Kultur hat den Kannibalismus überwunden: Wir empfinden Kannibalismus als brutale Verrohung. Müssen wir uns nicht ebenso die Frage stellen: Bringt nicht der Verzehr von Tier-Leichen eine ähnliche Verrohung mit sich? Eine Verrohung, die uns auch im 21. Jahrhundert nicht vor blutigen Kriegen zurückschrecken lässt? |
|
»Grillen wird erst dann zum wahren Erlebnis, wenn man ein ganzes Tier zubereitet. Und zwar am Spieß...« schreibt der STERN (34/2001). »Schon beim Einkauf müssen Sie damit rechnen, schräg angeguckt zu werden. Sie schleppen immerhin ein totes Tier nach Hause und keine Plastiktüte mit Milch, Butter und Putenschnitzeln. Sie dürfen kein Problem damit haben, dass ein Tier geschlachtet wurde, damit Sie es essen. Ein Steak ist abstrakt, ein ganzes Tier aber hat ein Skelett. Das macht manche nervös...«. Wenn Menschen Menschen essen, kann das zu einer Krankheit führen, die als »Kuru« oder »Angst-Zitter-Krankheit« bezeichnet wird - und die erstaunlicher Weise Ähnlichkeiten mit Rinderwahnsinn besitzt. Kuru - ebenfalls eine Prionenkrankheit - tritt am häufigsten bei den primitiveren Stämmen auf, bei denen Kannibalismus am verbreitetsten ist. Wenn Menschen Tiere essen - nach den aktuellen Forschungsergebnissen genetische Verwandte - kann das im 21. Jahrhundert zur Creutzfeld-Jacob-Krankheit führen |
|
|
Kannibalen-Krankheit »Wir riskieren die Katastrophe« DIE ZEIT (48/2000) veröffentlichte ein Gespräch mit John Collinge, einem der führenden britischen BSE-Experten am Londoner St.-Mary's-Hospital und wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung. Collinge hatte elf Kuru-Opfer aus Neuguinea untersucht. Das beunruhigende Resultat: Kuru - wie BSE von infektiösen Proteinen (Prionen) verursacht - ist hoch ansteckend und bricht oft erst nach Jahrzehnten aus. Wenn dies ebenso für die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) gilt, steht die Epidemie möglicherweise erst bevor: »Kuru ist durch Kannibalismus beim Menschen entstanden. Wenn wir die Erfahrungen mit dieser Krankheit ernst nehmen, sollten wir für BSE beim Menschen sehr lange Inkubationszeiten erwarten - über 30 Jahre im Durchschnitt. Wie bei vCJD wissen wir auch bei Kuru nicht genau, wann sich die Leute infiziert haben. Immerhin, der Kannibalismus der Fore in Papua-Neuguinea hörte spätestens in den fünfziger Jahren auf. Trotzdem finden wir noch heute Krankheitsfälle bei über 50jährigen. Wir wissen, dass damals auch 5-jährige Kinder an Kuru erkrankt sind, die Inkubationszeit also nur 5 Jahre oder mehr als 50 Jahre betragen kann. Der jüngste vCJD-Fall war 12 Jahre, der älteste ist nun 74 Jahre alt. Diese Erkenntnisse passen auf beunruhigende Weise zusammen: Wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium der vCJD-Epidemie beim Menschen. Nicht in der Mitte oder gar schon am Ende.« |
|
|
Seite 8 von 19 [ Home ] |