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Jägerpräsident Vocke und seine Pfründe
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Main Post, 27.01.05

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Warum Bekämpfung von Ethik und Moral?
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Vielleicht wundern Sie sich, warum gerade Menschen bekämpft werden, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen und sich für die Einhaltung von Ethik und Moral einsetzen.
Wenn ja, dann lesen Sie folgenden Artikel, der am Tag zuvor sowie am gleichen Tag im Münchner Merkur erschienen ist.
Vielleicht wundern Sie sich dann nicht mehr.
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Das lukrative "Ehrenamt" des Abgeordneten Vocke
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Die Pfründe des Weidmanns
Das lukrative "Ehrenamt" des Landtagsabgeordneten Vocke
VON MICHAEL ACKER UND FABIAN RIEDL
Ebersberg - Es ist sein Auftritt. Heute Abend geben sich im Münchner Löwenbräukeller die Schönen, Reichen und Mächtigen ein Stelldichein. Jürgen Vocke, oberster Grünrock im Freistaat, bittet zum Jahresempfang des Landesjagdverbands. Die mehreren Hundert Gäste werden sich - wie jedes Jahr - in eine lange Schlange einreihen und geduldig warten müssen, bis sie dem "Herrn Präsidenten", der im Hauptberuf eigentlich CSU-Landtagsabgeordneter ist, die Hand schütteln dürfen. Danach gibt`s Bier, Wein und Sekt zu allerlei Wildleckereien - natürlich gratis. Knapp 32 000 Euro hat dieser Empfang 2003 den Verband gekostet. Das geht aus dessen Bilanzbericht zum 31. Dezember 2003 hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Im Jahr zuvor war die "Sause" noch um knapp 9000 Euro billiger.
In seinem "Ehrenamt" als Bayerns Jägerpräsident bekommt Vocke offiziell eine Aufwandsentschädigung von 2100 Euro pro Monat. Und noch einmal 1050 Euro für seinen Posten als Vizepräsident des Deutschen Jagdschutzverbands. Aber ist das alles? Im Bilanzbericht 2003 findet sich der Posten "Dispofonds Präsident". Aus diesem sind 2002 und 2003 jeweils 6135,52 Euro abgeflossen. Nach Informationen unserer Zeitung steht dieses Geld ausschließlich Vocke zur Verfügung. Auf die konkrete Frage, für welche Zwecke diese Mittel abgerufen wurden und ob es dafür Belege gibt, erhielten wir gestern von Günther Baumer, BJV-Vizepräsident, folgende lapidare Antwort: "Die Landesversammlung erteilte am 20. März 2004 (...) dem Präsidium und dem Landesschatzmeister die Entlastung für das abgelaufene Haushaltsjahr. Darüber hinaus gehende Spekulationen betrachtet das Präsidium als Irritationen ohne sachliche Grundlage."
Gegenüber einer Zeitung sagte Vocke kürzlich, dass die Aufwandsentschädigung z. B. dafür gedacht sei, bei einer langen Fahrt eine Essenspause einlegen und auch seinen Fahrer einladen zu können. In der Bilanz 2003 finden Landesjagdverband statt Landtagsbüro sich allerdings auch die Posten "Reisekosten Präsidium" (28 760,68 Euro) und "Präsente/Bewirtung" (6313,93 Euro). Auf die Frage, ob Vockes Essenspausen nicht aus diesen Posten beglichen werden, erhielten wir keine Antwort.
Dem Präsidenten steht ein 7er-BMW als Dienstwagen zur Verfügung. Wie unsere Zeitung aus gesicherter Quelle weiß, darf der Ebersberger diesen 700 Kilometer im Monat für private Zwecke nutzen. Sollten es mal mehr werden, bedient sich der Jäger-Boss auch noch eines "Subarus" aus dem Verbands-Fuhrpark. Apropos Auto: Ein Mann, der rund 6000 Euro Diät aus seinem Landtagsmandat (zuzüglich 2724 Euro steuerfreie Kostenpauschale) erhält und durch sein weidmännisches Engegement nochmals gut 3100 Euro dazu verdient, knausert bei der heimischen Garage. Weil der 7er-Dienst-BMW nämlich in dieser geparkt wird, berechnet Vocke dem Verband monatlich 25 Euro. Dies hat unsere Zeitung aus engsten Kreisen des Verbandes erfahren.
Wie auch das: Die meiste Arbeitszeit verbringt Vocke in der Geschäftsstelle des Landesjagdverbands in Feldkirchen und nicht etwa in seinem Landtagsbüro. Gerne hätten wir von ihm gewusst, wie er den Widerspruch auflöst: Entweder ist sein Engagement für den Jagdverband eine Nebenbeschäftigung mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand, dann ist sie ganz offensichtlich überbezahlt. Oder sein "Ehrenamt" ist mit einem der Höhe der "Entschädigung" entsprechenden Aufwand verbunden, dann kann er schlichtweg seine volle Arbeitskraft nicht dem Landtagsmandat widmen.
Quelle: Münchner Merkur, 26.01.2005
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Vocke war gar nicht da!
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Stuhl des Präsidenten bleibt leer
Pressekonferenz ohne Vocke - Schatzmeister dementiert nicht
VON FABIAN RIEDL UND MICHAEL ACKER Landkreis/München - Der Stuhl des Präsidenten blieb leer. Jürgen Vocke kam gestern Abend nicht zur Pressekonferenz kurz vor dem großen Empfang seines Landesjagdverbands im Münchner Löwenbräukeller. Vergeblich warteten die Journalisten auf die Gelegenheit, dem Ebersberger einige Fragen zu stellen - auch zu seinen üppigen Bezügen im Jäger-"Ehrenamt" (wir berichteten). Kneift Vocke? "Der Präsident ist noch im Landtag", verkündete sein Vize Günther Baumer.
Dieser verwies in Vertretung erneut auf den ordnungsgemäßen Haushalt, dementierte aber keine der von unserer Zeitung gestern veröffentlichen pikanten Details.
Das tat auch Georg Bromme nicht. Er ist Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und - streng genommen - noch immer Schatzmeister des Landesjagdverbands. Allerdings ruht sein Amt seit 31. August 2004. Warum, wollten wir gestern von ihm wissen. "Weil ich beruflich sehr beansprucht bin." Auf die Nachfrage, ob sein Rückzug etwas mit dem Finanzgebahren des Verbands zu tun habe, sagte Bromme: "Das kann ich weder bestätigen noch dementieren." Auf die weitere Frage, warum er dann sein Amt nicht ganz aufgegeben habe, meinte er: "Ich will bei der Mitgliederversammlung im April als Schatzmeister entlastet werden und Fragen beantworten." Denn er rechne damit, dass Fragen zu Vockes Bezügen und dem Umgang des Verbandes mit Geld kommen. Auf einzelne Posten der Bilanz 2003 angesprochen, verwies Brommer auf die Geschäftsleitung. Die konkrete Frage, ob Vocke dem Verband 25 Euro dafür berechne, dass er seinen 7er-BMW-Dienstwagen in der Privatgarage unterstellt, beantwortete der Banker mit den Worten: "Das sind Interna. Ich bestätige das nicht, dementiere es aber auch nicht."
Aus der bayerischen Jägerschaft gab es gestern unterschiedliche Reaktionen auf unsere Veröffentlichung. Der frühere parlamentarische Staatssekretär und Miesbacher Landrat, Wolfgang Gröbl, polterte: "Es wirkt alles ein wenig üppig. Dafür sind die Beiträge von uns Mitgliedern bestimmt nicht gedacht. Mir missfällt der Stil." Ein 7er-BMW sei für ein Ehrenamt um einiges zu hoch gegriffen. Martin Weinzierl, Vorsitzender der Jäger-Kreisgruppe Miesbach, hält klärende Gespräche für notwendig. Er will eine schriftliche Anfrage an die Geschäftsstelle richten: "Schließlich fragen die Mitglieder ständig nach." Martin Fink, Vorsitzender der Waldbauern im Landkreis Starnberg, hält die Höhe von Vockes Bezügen für unüblich: "Offensichtlich hat der Jagdverband zu viel Geld."
Pro Vocke dagegen das Stimmungsbild beim Chef der Starnberger Kreisgruppe, Horst Frömel, der von gezielten Attacken gegen den Präsidenten sprach. "Es ist lächerlich und unverschämt, was diese Menschen behaupten. Denn ich weiß, was Vocke für die Jägerschaft leistet."
In seiner CSU-Landtagsfraktion gerät Vocke offensichtlich nicht unter Druck. Fraktionschef Joachim Herrmann stellte sich hinter den Parteifreund. Es sei Sache des Jagdverbands, was man Vocke bezahlen wolle. "Wir sehen da 0,0 Problem." mm
Quelle: Münchner Merkur, 27.01.2005
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Jägerpräsident Vockes Rechtfertigungsversuche
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Jagd in Bayern 2-2005

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