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Krieg gegen Tiere - Die Zahlen

Im Jagdjahr 2001/2002 wurden von Jägern in Deutschland getötet:

1.070.645 Rehe
831.217 Ringel-/Türkentauben
642.982 Füchse
549.118 Wildenten
531.894 Wildschweine
466.350 Feldhasen
395.578 Rabenvögel
318.824 Fasane
168.825 Wildkaninchen
57.593 Rotwild
51.109 Steinmarder
48.926 Damwild
45.098 Dachse
33.533 Wildgänse
23.806 Möwen
17.919 Wiesel
17.126 Blässhühner
16.150 Waschbären
12.796 Waldschnepfen
12.250 Rebhühner
12.067 Iltisse
11.655 Marderhunde
6.292 Muffelwild
4.293 Baummarder
4.237 Gemsen
1.872 Höckerschwäne
1.058 Sikawild
894 Graureiher
392 Minke
5.354.499 Tiere
(Quelle: JÄGER 12/2002)



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Jäger geben zu: Tiere oft beim 1. Schuss nicht tot

Die »Arbeitsgemeinschaft naturnahe Jagd« schreibt:

»Wie oft hört man auf den Jagden: „Der Schuss ging glatt vorbei! Das Stück habe ich nicht getroffen.“ Für den Schützen in solcher Situation gibt es vielleicht subjektiv keinen Zweifel; auch an Erklärungsversuchen, bis hin zu fadenscheinigen Ausreden, herrscht kein Mangel: es kann nur ein Fehlschuss gewesen sein! Dies kann ja durchaus zutreffen, aber auch das Gegenteil ist nicht auszuschließen. Schweißhundeführer erfahren gelegentlich die Kehrseiten vermeintlicher Fehlschüsse, wenn sie bei Nachsuchen z.B. auf nicht gemeldetes, gleichwohl angeschossenes oder nach einem Anschuss verendetes Wild stoßen.

(...)



Schuss und Fehlschuss

Auf sogenannten Anschuss – Seminaren können Jäger eindrucksvoll erfahren, welche Nebenwirkungen z.B. ein Kugelschuss auf ein einzelnes Wildschwein in der Rotte anrichten kann. Neben dem einen tödlich getroffenen Stück Wild können durchaus weitere Stücke, von Geschoss - Splittern leicht bis schwer verletzt, entkommen, ohne dass ihre Verletzungen registriert werden konnten. Immer wieder erleben es Jäger, dass nicht nur das eine beschossene Tier im Rudel oder in der Rotte tödlich getroffen wird, sondern auch ein außerhalb der Visierlinie stehendes Stück Wild plötzlich verendet.

Nach Untersuchungen in Skandinavien muss man annehmen, dass auf je zwei erlegte Wildgänse eine weitere entfällt, die ebenfalls von Schroten getroffen, aber nicht sofort getötet wurde. Mit anderen Worten: mindestens jede dritte beschossene Gans fliegt verletzt, mit Schroten im Körper, davon. Sie mag überleben. Sie mag aber auch nach längerem Siechtum sterben.

Dänische Biologen nehmen nach Auswertung umfangreichen Untersuchungsmaterials an, dass die Zahl der mit Schrot beschossenen und verletzten Vögel die Zahl der erlegten übertrifft. Sie halten es für wahrscheinlich, dass ähnliche Relationen auch für Schüsse auf anderes Niederwild, etwa Hasen oder Wildkaninchen, gelten können.

Kein Jäger sollte jetzt noch behaupten, dass ihm dies nicht bekannt sei. Und er sollte selbstkritisch prüfen, wie denn seine Schießergebnisse bei der Jagd zu bewerten sind, wie viele Kreaturen auch er wohl angebleit haben mag.



(...) Nach außen werden diese Missstände jedoch weitgehend verschwiegen, und auch intern redet man nicht gern darüber. Allzu leicht könnte man dabei sich selbst und auch die Jagd als Ganzes in Misskredit bringen.«

Quelle: http://www.agnj-sh.de/jagdheute/schiesstraining/



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Jäger können nicht schießen - und verletzen Tiere

Selbstkritische Jäger
 
WILD UND HUND 6/2005, Editorial von Dr. Karl-Heinz Betz, Chefredakteur:
 
"Doch wie steht es generell um die Schießausbildung in Deutschland? Wir haben uns diesem Thema auf S. 16 gewidmet. Immerhin werden nach bestandener Prüfung die Jungjäger in die Praxis entlassen, und der Gesetzgeber geht davon aus, dass der Jagdschein ein Beleg dafür ist, dass man sein Handwerkszeug beherrscht. Leider sieht die Praxis anders aus: Die Schießfertigkeiten, die die Prüfungsordnungen der Länder zum Bestehen verlangen - so verschieden sie auch sein mögen -, riechen mehr nach Alibi als nach tierschutzgerechter Vorbereitung auf die Jagd. Reicht es wirklich aus, wenn beispielsweise die Hälfte des Kugelschießens aufgelegt auf eine Ringscheibe erfolgt, wobei manchmal schon eine Fünf als Treffer zählt? Über die 50 Prozent Trefferquote bei Kipphasen habe ich mich ja schon geäußert. (...)
Einige empfehlen "Learning by doing". Nein, nicht an lebendem Wild! Nun fragen Sie doch einmal nach, wie viele Jungjäger Sie nach der Prüfung noch auf Schießständen antreffen. (...)
In diesem Zusammenhang ist der "jährliche Nachweis der Schießfertigkeit" auch ein Thema. Ich weiß, dass diese Forderung ein heißes Eisen ist, auch wenn sie aus einer politischen Ecke kommt, die sich mit unserer Jagd nicht identifiziert..
Natürlich ist auch die Argumentation der Jagdverbände bekannt: Wir kriegen das organisatorisch nicht in den Griff und überhaupt, beim Führerschein braucht man auch keine jährliche Prüfung machen! Nur, wer Mist baut, bekommt Geldstrafen, Punkte und wird bei Wiederholung die Fahrerlaubnis los. Wer aber verliert den Jagdschein, wenn er kontinuierlich vorbeischießt, überdurchschnittlich viele Nachsuchen produziert oder Flugwild lediglich mit Randschroten verletzt?"



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